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25.04.2022
ueberstunden homeoffice

Der Exit aus dem Projektfrust!

Jeder kennt es – ob agiler Coach, Scrum Master, Projektmanager oder Projekt verantwortender Manager: Projektfrust! Komplexe Themen, drängelnde Kunden, nicht ausreichend motivierte Mitarbeiter, zu späte Lieferungen von Ergebnissen, nicht enden wollende Projekte? Das kommt immer wieder vor und ist auch ganz normal. Keiner weiß am Beginn eines Projektes genau, was alles auf ihn zukommt. So ziemlich jedes Projekt muss sich unerwarteten Herausforderungen stellen. Kein Mensch kennt die Zukunft. Auch nicht der Projektleiter. Aber wenn es mal richtig klemmt, dann sollten Sie handeln. Scheuen Sie sich nicht, rechtzeitig externe Hilfe heranzuholen. Ich erlebe es immer wieder, dass ich viel zu spät gerufen werde. „Wir versuchen es seit einem Jahr, aber es funktioniert nicht.“ „Der Kunde vertraut uns nicht mehr, obwohl wir arbeiten bis zum Umfallen.“ „Können Sie das Projekt bitte übernehmen? Das Projekt muss jetzt dringend abgeschlossen werden.“ So oder so ähnlich werde ich meist empfangen, wenn ich einen neuen Projektrettungsauftrag annehme. Nach kurzer Zeit ist die Verwunderung groß, dass sich die scheinbar unlösbare Aufgabe fast von alleine löst, dass der Kunde anfängt wieder zu vertrauen, dass es schlagartig wieder vorangeht. Dahinter steckt kein Hexenwerk. Nur der unverstellte, emotionslose Blick auf das Geschehen + die Fähigkeit, in der tiefsten Komplexität Strukturen sichtbar zumachen + das Vertrauen in die Projektmitarbeiter. Der Exit aus dem Frust. Er funktioniert. Handeln Sie zügig, wenn Sie merken, dass es nicht mehr läuft.

Unsere Gordion Projects Management Schulung - was für eine Resonanz!?!

Damit hatten wir nicht gerechnet als wir uns vorsichtig hinauswagten mit einer neuen Idee zum Projektmanagement. Ist es nicht vermessen zu glauben, dass wir es noch besser können als all die bekannten Projektmanagementmethoden auf dem Markt? Braucht die Welt noch etwas Neues? Einen Paradigmenwechsel? Nicht nur ein Hybrid, sondern ein ganzheitlicher Ansatz, der all das Beste aus agil und klassisch, aus Information Engineering und Teambildung miteinander verbindet. Projektmanagement und Krisenintervention. Wie überheblich sind wir zu glauben, dass unser Vorgehen aus 20 Jahren Erfahrungen andere interessieren, inspirieren und am Ende sogar mitreißen kann?!? 

Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Frischen Mutes, ein bisschen Übermut, eine große Portion Optimismus und verdrängte Selbstzweifel ließen uns loslegen. Erst im Freundes- und Familienkreis, dann frei nach außen. Xing, LinkedIn, alle Kontakte. Dazu 5 mögliche Termine auf unserer Homepage. Die erste Schulung bedurfte noch ein wenig Überredungskunst. Wer meldet sich auch an einer 2 tägigen Schulung an für etwas, was er noch nie gehört hat? Aber es war ja kostenlos – bei Anmeldung bis zum 15.Mai.

Und dann gab es kein Halten mehr. Unsere ersten Teilnehmer trugen ihr Erlebtes und ihre Begeisterung in ihre Unternehmen und in die Welt. Von Mund zu Mund. Ganz ohne Marketing-Aktionen. Innerhalb von nur 10 Tagen waren auch die nächsten Schulungen praktisch ausgebucht. Was für eine unglaubliche Freude. Was für ein Erfolg!  Wir möchten an dieser Stelle allen Danken, die unsere Methode anwenden und weitertragen. Und freuen uns auf alle, die sie noch kennenlernen möchten. Bildet Euch ein eigenes Urteil. Vielleicht werdet auch ihr begeistert sein.

13.05.2020
gordion_projects_Trainings_resonance
27.04.2020
ueberstunden homeoffice

Überstunden im Homeoffice!

Corona – Lock down – Homeoffice. Und draußen ist schönstes Wetter! Da jetzt alle die im Homeoffice arbeiten, ihre Anfahrtswege zur Arbeit einsparen, könnten sie das schöne Wetter intensiv nutzen. Pro Tag 2 mal 20 Minuten oder sogar 2 x eine Stunde. Und tatsächlich sehe ich draußen so viele Menschen beim Sport im Park, mit Hunden an der Eisdiele, mit den Kindern auf der Decke vor dem Spielplatz. Entspannt und fröhlich wirkt unsere Stadt. Der Lock down schafft eine herrlich entspannte Atmosphäre.

Zumindest für die, die draußen sind. Und trotzdem erzählen mir meine Freunde und Bekannte, dass sie mehr arbeiten als sonst. Woran liegt das? Was steckt dahinter? Und warum ist das so? Warum fühlen wir uns als Mitarbeiter im Homeoffice verpflichtet, mehr zu leisten als sonst?
 
Ich bin kein Psychologe. Ich kann nur mutmaßen:

Zum einen liegt es vielleicht daran, dass die Bewältigung von Krisen Energien freilegt, die sonst nicht gefragt sind. Hier ist also die Freude an der jetzigen, vielleicht ganz anderen Tätigkeit geweckt. OK. Oder ist es unsere Angst, in ein falsches Licht zu geraten, wenn wir nicht permanent erreichbar und ansprechbar sind? Hier sei angemerkt, dass auch im Büro Pausen gemacht werden. Da wirft zwar keiner die Wäsche in die Maschine oder schmeißt den Staubsauger an aber wir schnacken mit Kollegen, gehen eine Runde um den Block in der Mittagszeit, stöbern für ein paar Minuten zur Entspannung im Internet. Jeder findet sein Ritual, um zwischendrin Kraft zu tanken. Also ist es auch im Homeoffice erlaubt! Deshalb müssen wir kein schlechtes Gewissen haben.
Oder fehlt uns die Struktur des eigenen Tages? Wir fangen früh an, direkt nach dem Aufstehen. Wir sparen uns das aufwendige Zurechtmachen. Einfach gemütlich in der Jogginghose mit dem Becher Kaffee in der Hand und schon geht es los. Viel früher als sonst. Am Abend gibt es kein Ende. Es ist ja nicht so schlimm, mal eben zwischen Abendessen und Abendprogramm ein kurzer Blick ins E-Mail-Postfach und schnell noch eine Frage beantwortet. Oder der Kollege ruft durch und natürlich nehmen wir uns die Zeit für ihn. Vielleicht sogar noch einmal vor dem Schlafengehen, denn Weggehen ins Konzert, zu Freunden oder zum Sportclub ist sowieso nicht möglich. Und schon sammeln sich die Überstunden fast wie von allein.
Solange wir uns dabei wohl fühlen, ist alles OK. Aber immer mehr Freunde beklagen sich, sind überlastet, reklamieren die fehlende Erholungszeit und sind traurig, dass sie das schöne Wetter nicht nutzen können.

Was also tun?  
Im Büro sagen wir irgendwann: „Tschüss. Ich geh jetzt.“ Aber wenn es das „Gehen“ nicht gibt? Wenn sich die Grenzen zwischen Arbeiten und zu-Hause-sein aufgelöst haben, dann rutscht der Arbeitstag mitten hinein ins Privatleben.
Also: warum nicht morgens „zur Arbeit gehen“, also die Zeit, die sonst für den Arbeitsweg notwendig ist, mit einer kleinen Joggingrunde füllen oder einem entspannten Spaziergang durch die Nachbarschaft. Am Abend sich verabschieden von den Kollegen und auch die Zeit des „Rückweges“ nutzen für Erholung, Kraft sammeln, Abstand gewinnen. Das kann jeder für sich tun.

Aber auch jeder Projektleiter, Srum Master und Teamleiter kann helfen: gebt Euren Mitarbeitern einen Feierabend. Beendet den Arbeitstag bewusst für alle. Nehmt nicht klamm heimlich die Überstunden mit. Irgendwann werden sie eh abgebummelt. Helft JETZT Euren Kollegen. Gebt ihnen Struktur für den Tag. Auch für Anfang und Ende. Damit auch sie alle die Sonne aus der Corona-Zeit in bester Erinnerung behalten können.

Wir wünschen Euch weiterhin viel Durchhaltevermögen im Homeoffice.

Projektmanagement im Krisenmodus: das Ziel ist wichtig!

Seit vielen Jahren werden wir in Projekte gerufen, die nicht mehr so richtig laufen: dann, wenn die Mitarbeiter mehr über das Projekt reden, als an ihm zu arbeiten, wenn Anwender und Kunden ungeduldig werden und langsam das Vertrauen verlieren, wenn das auftraggebende Management genervt ist. Woher kommt es, dass Projekte, die ja irgendwann mit viel Energie gestartet sind, in diese Situation geraten? 

Der häufigste Faktor für das Scheitern eines Projekts ist der Mangel an klaren Zielen (Quelle: PMI Pulse of the Profession, 2017)
Das entspricht auch unseren Erfahrungen. Viele Projekte haben ein Ziel. Natürlich. „Einführung einer CRM-Software“, „Optimierung der Prozesse“, „Einführung von Innovationsmanagement“, „Entwicklung einer bestimmten Software“. Das klingt gut. Aber wenn wir hinter die Kulissen schauen, verschwimmt die Klarheit. Auf die erste Frage nach dem Warum kann noch sehr schnell geantwortet werden - zusammengefasst: „Weil wir es brauchen!“ Aber auf das weiterführende Warum werden die Antwortsätze schon kürzer. 2-3 Warums weiter, bricht die Begründung oft in sich zusammen. Wenn wir dann noch in die Unternehmensstrategie schauen und hinterfragen, inwieweit das Projektziel das Unternehmensziel unterstützt, blicken wir oft in fragende Gesichter. Um ehrlichzu bleiben, drücken die Gesichter erst Wut über die vermeintlich verschwendete Zeit aus und verändern sich dann langsam in ein Fragezeichen. Dabei ist das Projektziel genau das Element, das dem Projekt die Orientierung gibt. Es ist der Leuchtturm, auf den das Projekt zusteuert.

Wie wollen Sie ein Projektteam führen und motivieren, wenn Sie das Ziel nicht wirklich erklären können? Wenn sie es selbst gar nicht verstehen oder gar vertreten können? Was ist, wenn das Projektteam sogar gegen das Erreichen des Ziels ist? Dann haben Sie von Anfang an verloren. Das drückt sich auch in der Studie von Geneca 2017 aus: „75% der IT-Führungskräfte glauben, dass ihre Projekte von Anfang an "zum Scheitern verurteilt" sind. Sicher spielen noch mehr Faktoren in dieses Ergebnis als nur die unkonkrete oder fehlende Zieldefinition, aber sie ist ein wichtiger Faktor.
Was also tun?
1.) Stellen Sie als Projektleiter oder Product Owner oder SCRUM Master die richtigen Fragen. Gehen Sie dem Ziel auf den Grund. Suchen Sie nach der eigentlichen Motivation. Ein einfaches Beispiel: Hausbau. Wie sollte das Ziel formuliert sein? „Ich möchte ein Einfamilienhaus bauen“ oder „ich möchte wohnen unter den Rahmenbedingungen, dass…. ich Ruhe habe, genug Platz, meine Kinder draußen spielen können...“. Erkennen Sie den Unterschied? Die Zieldefinition „ich möchte wohnen…“ läßt viel mehr Gestaltungsraum zu. Die Lösung ist noch frei entwickelbar. Vielleicht wird es ein Wohnschiff? Vielleicht ein Bauernhof? Wenn das Ziel zu eng ist, nehmen Sie sich und Ihren Mitarbeitern die Chance, nach der am besten passenden Lösung zu suchen. So entstehen oft halbherzige Lösungen, die entweder unpassend oder wenig akzeptiert sind. So ist das auch im Business.

2.) Wenn Sie erst einmal das richtige Ziel gefunden haben, nutzen Sie es als Leuchtturm. Überprüfen Sie alle Entscheidungen, ob sie zur Zielerreichung beitragen. Machen Sie ein Banner mit der Zieldefinition unter jedes Dokument, das Sie in diesem Rahmen erstellen. Zeigen Sie dem Projektteam und dem Management, wie weit Sie bereits auf dem Weg der Zielerreichung sind. Verlieren Sie Ihr Ziel niemals aus den Augen. Sie werden überrascht sein, wieviel Orientierung so ein Ziel dem Projekt gibt. Und Orientierung ist besonders in Krisensituationen wichtig. Für alle.

Probieren Sie es aus, es ist ganz leicht. Übrigens… die am Anfang für die Warums „verschwendete Zeit“, holen Sie mehrfach im Projekt wieder auf. Ganz sicher!  Wir wünschen Ihnen ganz viel Offenheit und Geschick bei Ihrer Zielfindung.
06.04.2020
corona krise homeoffice projekt hilfe
31.03.2020
corona krise homeoffice projekt hilfe

Es muss keine große Technik sein!

Es gibt inzwischen unzählige Tipps und Hinweise im Netz, wie Homeoffice gut funktioniert, welche Tools man nutzen sollte und was es Neues oder Kostenloses auf dem Markt gibt. Trotzdem höre ich mehr und mehr von Freunden und Kollegen, wie sehr sie die Remote-Arbeit nervt, wie doll der Kopf am Abend dröhnt und dass sie die Kopfhörer am liebsten in die Ecke kicken möchten.
Ich berichte einfach mal von meinen Erfahrungen. Seit dem es technische Konferenztools gibt, habe ich sie auch in meinen Projekten genutzt. Seit 2 Jahren arbeite ich intensiv im Homeoffice: zum Aufbau einer deutschlandweiten Community (ausschließlich remote) und dem täglichen Kommunizieren mit meinen Geschäftspartnern, auch fast ausschließlich per Telefonkonferenz.  

Wer in die Besprechungsräume großer, internationaler Konzerne blicken kann, sieht dort oft große Bildschirme und Telefonsysteme, die für riesige Konferenztische reichen, Whitebords, die alles, was auf ihnen entsteht, elektronisch weitergeben. Collaboration Tools sind selbstverständlich auf allen PC’s und Laptops. Jeder Laptop ist ausgestattet mit einer VPN-Verbindung, damit selbstverständlich von jedem Ort der Welt in jeden Ort des Unternehmens kommuniziert werden kann. Alltag für viele. Dazu viele Angebote neuster Technik, wie Just Social, IONOS und viele mehr.

Aber muss es immer die High Tech Lösung sein? Wenn Sie zukünftig vorhaben, viel remote zu arbeiten, sollten Sie über eine gute Ausstattung nachdenken. Aber wenn es darum geht, die jetzige Krise schnell und gut zu meistern, dann ist viel mehr der richtige Umgang mit Medien gefragt, als ein hohes technisches Level: Um miteinander zu reden, sich abzustimmen, Aufgaben und deren Ergebnisse mitzuteilen, reicht auch das Telefon. Die meisten Handys haben eine Konferenzfunktion.  

Wenn Sie Arbeitsergebnisse, Pläne oder anderes von Ihrem Bildschirm den Kollegen zeigen möchten, brauchen Sie ein Tool, dass dies ermöglicht. Die meisten haben privat schon Skype. Skype ist kostenlos und einfach zu benutzen. Bilden Sie eine Gruppe in Skype, übermitteln Sie die Adresse Ihren Kollegen und schon können Sie miteinander reden, bei Bedarf sich sehen und natürlich können Sie den Bildschirm teilen. Wir arbeiten mit Teams. Aus meiner Erfahrung auch sehr gut geeignet, vorausgesetzt, sie haben mehr als 2 Teilnehmer in der Konferenz. (Bei nur 2 Teilnehmern wird im Hintergrund eine einfachere technische Verbindung erstellt, die öfter zusammenbricht)

Nutzen Sie Whats app für die kleinen Informationen, die sonst per Zuruf über die Schreibtische fließen. Bilden Sie auch hier eine Gruppe (wenn nicht längst geschehen). So ist es leicht, Informationen weiterzugeben. Jeder bekommt sie, so als ob Sie mal eben in das Büro reinrufen. Und jeder kann antworten. Keine Information geht verloren. Das ist wichtig! Denn zu Hause arbeiten heißt auch, allein zu arbeiten. Die Angst, von Informationen oder gar der ganzen Gruppe ausgeschlossen zu sein, ist groß. Stellen Sie als Projektmanager, SCRUM-Master oder Teamleiter sicher, dass dieses Gefühl gar nicht erst aufkommt.  

Und lassen Sie die Kopfhörer, wann immer es geht, weg. Lautsprecher und Micro vom Laptop reichen meist völlig – wenn nicht gerade ihr Kind im Hintergrund spielt oder der Partner mit den Tellern klappernd auf das gemeinsame Essen wartet. Auch klassische Musik hilft gut zum Entspannen. Spotify hat eine gute Auswahl, ohne dass man sich auskennen muss. Einfach mal bei Stimmungen stöbern.  

Helfen Sie sich gegenseitig mit Späßen, gemeinsamen, virtuellen Kaffeeklatsch oder gemeinsamen Schweigen in der Konferenz. Mir hat das alles immer sehr geholfen. Wir wünschen jedenfalls allen viel Kraft und Durchhaltevermögen.

Home-Office und seine Tücken!

Wer in seinem Arbeitsleben noch nie oder nur sehr wenig im Home-Office gearbeitet hat, der sieht sich jetzt mit Herausforderungen konfrontiert, die in seiner Vorstellung in Bezug auf dieses Thema wahrscheinlich nicht existierten.
Ich arbeite seit über zwei Jahren von zu Hause aus und habe mich ausreichend mit den Verlockungen der heimischen Ablenkungen auseinandersetzen müssen. Als das Home-Office für mich noch ein erstrebenswerter Umstand war, hätte ich nie gedacht, dass es mehr Disziplin erfordert, als das sich täglich morgens aus dem Bett quälen, um pünktlich auf Arbeit zu sein.
Die Vorstellung morgens mit Bademantel oder Jogginghose und T-Shirt in den Tag zu starten, war sehr verlockend. Seinen eigenen Tagesablauf zu gestalten, Frühstück, Mittag und Kaffeepause so einzuplanen wie man möchte. Das klang für mich alles sehr gut. Und tatsächlich sahen so auch meine ersten Wochen aus. Am Anfang startete ich gegen 9 Uhr in den Tag, manchmal blieb ich aber auch länger im Bett. Bis zu dem Zeitpunkt, als ich um 10 Uhr noch nicht wirklich fit, geschweige denn arbeitsbereit vor dem Rechner saß. Das alles gab mir zu denken und ich stellte mir ein paar Regeln auf. Doch der innere Schweinehund und all die verschiedenen Ablenkungen die zu Hause auf einen treffen, hebelten meine Regeln relativ schnell wieder aus. Es gab immer etwas was noch zu erledigen war. Ob es das Wäsche waschen und aufhängen war oder das Abwaschen oder das Blumen gießen oder oder. Immer in der Jogginghose und immer zwischendurch.

Das hat dazu geführt, dass mein Arbeitstag länger wurde und ich weniger Freizeit hatte, als es vorher im geregelten Arbeitsleben der Fall war. So konnte es wirklich nicht weitergehen. Im zweiten Anlauf der Verbesserung, legte ich mir geltende Arbeitszeiten fest. So war ich angehalten immer zur festen Zeit anzufangen, mich bis dahin fertig zu machen und wenigstens das Frühstück vorzubereiten. Ichersetzte auch meine bequeme Jogginghose durch „richtige Kleidung“, denn dadurchfühlte ich mich zivilisierter und motivierter, um zu arbeiten. Auch das Zurechtmachen im Bad gehörte wieder zum alltäglichen Morgenprogramm dazu. Im späteren Verlauf zog ich auch immer mal saubere Schuhe zu Hause an, um mich noch mehr wie auf Arbeit zu fühlen. Mein Glück war, dass ich zu durch unsere Projektmanagerin eine gute Struktur in Form von Terminen und regelmäßigen Austausch, vorgegeben bekam. Ich fing an, meine täglichen Aufgaben so zu planen, dass ich zum Feierabend damit fertig war. Ich richtete mir meinen Arbeitsplatz besser ein, sodass ich immer einen aufgeräumten und arbeitstauglichen Platz hatte und morgens auch motiviert war, weil nicht noch die Berge vom Vortag da lagen. Am schwierigsten gestaltete sich aus meiner Sicht, die Hausarbeit liegen zulassen, denn das zwischendurch etwas machen, ist für das Gehirn eine Befriedigung, führt aber nicht zum gewünschten Ergebnis der erledigten Arbeit. Ein nächster Fallstrick sind die Ablenkungen, die uns auf Seiten des WWW vom Arbeiten abhalten. Schau mal hier, Klick mal da, oh ein neuer Beitrag bei Xing, ein Besucher bei LinkedIn und die Flut an (Fake)News die unaufhörlich auf uns einprasseln. Und dann gibt es ja noch Facebook, YouTube und Co, die uns schwupps die wupps zwei Stunden klauen. Sicherlich wird der ein oder andere Leser denken, das kann mir nicht passieren, aber da macht uns die Psychologie des schnellen Denkens ein Strich durch die Rechnung. Wir sind nämlich sehr gerne bereit uns ablenken zu lassen. Was dagegen hilft, ist es alle Programme/ Fenster, die man nicht zum Arbeiten benötigt zu schließen.
Und zu guter Letzt, sollte man immer mal eine Pause machen. Sei es nur einen Kaffee zu trinken in der Küche oder eine kleine Runde um den Block gehen. Bei erstgenanntem kann man auch Kollegen anrufen und einenKaffeeklatsch abhalten, das stärkt die soziale Komponente im HO.  

In Zeiten der Corona-Krise 

Wer zurzeit gezwungen ist von zu Hause aus zu arbeiten und dabei noch die Kinder betreuen muss, sollte sich Zeitfenster zum Arbeiten einrichten und diese auch den Kindern versuchen zu vermitteln. Z.B. vormittags zwei Stunden konzentriert arbeiten und danach 100% Kinder und am Nachmittag ein oder zwei weitere Fenster. Je nach Alter, können die Kinder beim zubereiten des Mittags miteinbezogen werden. Es hilft den Kindern, wenn auch sie eine Struktur bekommen, an die sie sich während der Zeit gewöhnen können. Kinder lernen noch sehr schnell und wenn sie sich jeden Tag für mehrere Stunden selbst beschäftigen müssen, dann steigt auch ihre Kreativität wieder. Vielleicht sind Sie auch eine Nachteule und nutzen die Zeit nach dem Zubettgehen der Kinder, um zu arbeiten (da gibt es auch wieder mehr Internet). Und sicherlich kann auch die tägliche Arbeitszeit in diesen Zeiten etwas gekürzt werden, sodass alle mehr Zeit haben füreinander. Beziehen Sie ihre Kinder auch einfach mit in die Tagesplanung mit ein, so kann man immer gute Kompromisse finden.

Ich hoffe dieser Artikel hilft ein wenig in diesen Zeiten. BleibenSie gesund und machen Sie sich keinen Stress, der Mensch hat es immer geschafft,sich an neue Situationen anzupassen.
26.03.2020
corona krise homeoffice projekt hilfe
24.03.2020
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Kaffeeklatsch per Telefon!

Ein langjähriger Freund von mir war durch Veränderungen im Unternehmen gezwungen, mehrere Jahre von zu Hause aus zu arbeiten. Gelegentliche Dienstreisen ja, aber das meiste von zu Hause. Auf einer Geburtstagsfeier mahnte ein anderer Freund, er dürfe sich nicht ausnutzen lassen, solle immer auf die Arbeitszeit achten. Die Reaktion war heftig: „Mir ist es egal, wie lange ich arbeite, Hauptsache ich habe den sozialen Austausch. Von mir aus auch mitten in der Nacht!“ So erleben es viele, die selten in den Genuss von „Büro-Atmosphäre“ kommen. Dieses Erlebnis, sich als Teil einer Gruppe fühlen zu können, fehlt. Mal eben ein Gespräch vom Nachbarn mithören und es zum Anlass für einen Gedankenaustausch nehmen. Das Lachen und Frotzeln beim Kaffee am Automaten, das Auswerten von Fußballergebnissen in der Kantine. Der Rat des Kollegen zur gemeinsamen Schulsituation der Kinder… All diese nicht originär zum Arbeitsleben gehörigen Sozialkontakte brauchen wir. Jeder wünscht sich, ein Teil einer Gruppe zu sein. Dazuzugehören. Sich austauschen. Sich in einer Gruppe zu zeigen, Anerkennung für das eigene Ich aber auch Hilfe zu bekommen. Genau das erleben wir im Büro. Was also tun, wenn das Büro geschlossen ist? Wir machen so weiter. Nur etwas anders: per Telefon oder Skype. Aber auch hier können wir uns verabreden. Können „gemeinsam = zur selben Zeit“ Kaffee trinken und schnattern. Wir können Chatfunktionen nutzen um zu frotzeln. Hin und her… Wir können Skype laufen lassen, obwohl es eigentlich keinen konkreten Abstimmungsbedarf gibt. Nur um eben gemeinsam den Tag (oder Stunden davon) zu erleben. Regen Sie als Projektleiter, SCRUM-Master oder Teamleiter dazu an. Organisieren Sie „Kaffeeklatsch“-Termine für Ihr Team. Fangen Sie selbst an zu chatten mit „Nebenbei-Themen“, die sonst über die Schreibtische hinweg besprochen werden würden. Haben Sie keine Hemmungen, in einem Telefonat nach Privatem (Familie, Auto, Hobbies) zu fragen. So helfen Sie Ihrem Team, zusammenzubleiben. Vergessen Sie auf keinen Fall das unbekümmerte Lachen! Und wer weiß? Vielleicht gewinnt Ihr Team an Stärke und Zusammenhalt – trotz oder gerade wegen der Krise.

Der Kopf dröhnt!

Das Gefühl kennt wohl jeder, der viel mit Anderen besprechen muss, der Fragen beantwortet und Lösungen diskutiert: Am Ende des Tages dröhnt der Kopf. Alle Worte sind verbraucht.
Das ist bei Remote-Arbeit nicht besser. Eher noch schlimmer, da die Konzentration am Telefon größer sein muss, als sie in einem normalen Meeting ist. Zum einen liegt es an der Qualität der Verbindung, zum anderen aber daran, dass man sich nur auf das Gehörte verlassen kann. Es gibt keine untermalenden Gesten, keine Bestätigung durch Mimik. Nur das Wort und die Stimme. Das macht einen Arbeitstag am Telefon sehr anstrengend. Glücklich ist der, der immer wieder für sich alleine arbeiten kann, z.B. als Softwareentwickler. Deshalb ist es wichtig, dass Sie als Projektmanager, SCRUM-Master oder Teamleiter für Auflockerung sorgen. Seien Sie kreativ. Erlauben Sie Pausen – mehr als im normalen Berufsleben. Verabreden Sie sich, um gemeinsam klassische Musik zuhören. Sie entspannt. Ja, vielleicht hört nicht jeder zu. Aber ganz sicher hilft es jedem, den Kopf einen Moment frei zubekommen. Sie haben ein sportliches Team? Verabreden Sie sich zum Joggen, natürlich jeder für sich allein – die Ergebnisse werden über entsprechende Apps ausgewertet. Motivieren Sie Ihre Mitarbeiter zu einem Spaziergang mit dem Ziel, das schönste Frühlingsfoto unterwegs zu schießen. Überraschen Sie die jeweiligen Sieger mit einer Kleinigkeit, die auf dem Schreibtisch auf die Rückkehrer wartet. Oder hören Sie gemeinsam ein Hörbuch. Jeden Tag eine halbe Stunde. Spielen Sie Stadt-Land-Fluss – natürlich alles Remote. Das verbindet. Das spendet Kraft und hilft Ihnen allen, auch noch am Abend aufnahmebereit zu sein – für Kinder und Partner. Fangen Sie an. Ich bin mir sicher, dass Ihr Team bald eigene Vorschläge macht.
23.03.2020
corona krise homeoffice projekt hilfe
20.03.2020
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Führen Sie Ihr Team!

Gerade in Krisensituationen verlieren wir oft den Überblick, sind verunsichert und orientierungslos. Es ist nicht lange her, dass ich in ein Unternehmen kam, in dem wirklich jeder sein Bestes gab. Kaum rief ein Kunde an, wurde die eigentliche Arbeit stehen gelassen und sich nur dem Kundenproblem gewidmet. Rief der Kollege um Hilfe, wurde diese sofort und mit Feuereifer gegeben. Alle waren engagiert. Aber keiner wusste mehr, was wirklich wichtig ist und was zuerst getan werden muss.

Dann ist es gut, wenn jemand den Weg kennt und führt. Sie sind Projektmanager, SCRUM-Master oder Teamleiter. Ihre Aufgabeist es, Ihr Team zu FÜHREN. Aber was heißt das? Führen heißt, das WOLLEN, DENKEN, HANDELN und WIRKEN des Teams auf das (Projekt-) Ziel auszurichten. Lassen Sie es sich auf der Zunge zergehen:
WOLLEN = die Mitarbeiter motivieren, so dass sie mit Freude mitmachen.
DENKEN = die Mitarbeiter laufen nicht wie die Schafe hinterher. Nein sie denken mit, sind kreativ, können sich einbringen, werden gehört.
HANDELN = sie tun es auch!
Und am Ende das WIRKEN = das Team wirkt im Sinne des Ziels auf alle anderen – innerhalb des Projektes aber auch nach außen. Und genau dazu können Sie das Team führen. Sie wissen, wo es lang geht. Sie kennen das Ziel und die Abschnitte auf dem Weg dahin. Machen Sie sich einen (Projektstruktur-)Plan und zeigen Sie ihn. Jeden Tag, immer wieder. Sie als der Führende geben die Abschnitte vor, das WAS = was pro Meilenstein, pro Arbeitspaket, pro Sprint erreicht werden soll.
Machen Sie Ziele, Arbeitspakete und das bisher Erreichte transparent. Klar und einfach. Ihr Team findet das WIE – wie die jeweilige Aufgabe umgesetzt werden kann. Alles, was nicht sofort offensichtlich ist, wird ins Team gebracht, bei den morgendlichen Meetings oder im Laufe des Tages.

Übernehmen Sie Verantwortung. Und nehmen Sie Ihr Team an die Hand. Auch selbstorganisierte, agile Teams freuen sich, wenn Ihnen jemand den Rahmen vorgibt, wenn jemand weiß, wo es hingeht, wenn jemand da ist, der bereit ist, Lösungen zu finden. In Krisensituationen gibt diese Führung allen Vertrauen. Mit dem Vertrauen kommt Ruhe und Entspannung und damit wieder eine Atmosphäre, die ein gutes Arbeiten für jeden ermöglicht.

Struktur geben!

Was für ein neues Arbeitsleben. Von zu Hause arbeiten. So mancher hat es sich sicher schon gewünscht. Hat neidisch auf andere geschaut, die davon erzählten. Freiraum in der Gestaltung des Arbeitslebens, keine Kontrolle, mehr Zeit für die Familie oder Freunde. Das alles klingt verlockend. Nun ist sie da, diese Freiheit. Aber fühlt sie sich so gut an, wie vorher gedacht? Am ersten Tag wahrscheinlich schon.

Auch am 2. Tag. Aber dann? Schnell wird deutlich, dass etwas Wichtiges fehlt: Struktur für den Tag. Deshalb unser Tipp an Projektmanager, SCRUM Master und Teamleiter: helfen Sie Ihrem Team mit Strukturen: vereinbaren Sie tägliche Meetings (per Telefon oder Video). Immer zur gleichen Zeit. Am Besten gleich morgens um gut in den Tag zu starten: Fragen Sie nach Zielen und Plänen für denTag. Geben Sie kleine Tagesmeilensteine vor.

Direkt nach dem Mittag ein regelmäßiges „Kaffee-Trinken“, eine halbe Stunde unverbindliches Schnacken zwischen Kollegen. Und noch eine Abstimmungsrunde am Nachmittag: Was ist passiert? Gibt es Ergebnisse? Muss etwas geklärt werden? Das ist keine Kontrolle und keine Bevormundung. Diese Meetings geben Struktur. Manch ein Kollege braucht mehr, andere weniger. Sie stellen sicher, dass sich keiner in Zeitlosigkeit verliert. Probieren Sie es aus. Variieren Sie mit Zeiten und Wünschen. Spätestens nach einer Woche wird keiner mehr auf diese Meetings verzichten wollen.
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17.03.2020
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